Anzeigepflichtverletzung

Falsche bzw. unvollständige Angaben im Antrag insbesondere bei den Gesundheitsfragen stellen eine sogenannte vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung dar und sind mit erheblichen negativen Folgen verbunden.

Geschieht die Anzeigepflichtverletzung grob fahrlässig oder gar vorsätzlich, so kann der Versicherer rückwirkend vom Vertrag zurücktreten und ist damit leistungsfrei! Geschieht diese Anzeigepflichtverletzung einfach fahrlässig oder schuldlos, so kann der Versicherer den Vertrag mit einer Frist von einem Monat kündigen.

Außer bei Vorsatz muss der Versicherer den Vertrag jedoch weiterführen, wenn er den Vertrag bei Kenntnis der nicht angezeigten Umstände trotzdem angenommen hätte, wenn auch mit Zuschlägen oder Ausschlüssen. Die Zuschläge bzw. Ausschlüsse gelten dann rückwirkend, es sei denn der Versicherte hat die Anzeigepflichtverletzung nicht zu vertreten. 

Umgekehrt kann der Versicherte den Vertrag fristlos kündigen, wenn der Versicherer einen Zuschlag von mehr als 10 % verlangt oder Ausschlüsse vornimmt. Die Rechte des Versicherers aus der Anzeigepflichtverletzung setzen voraus, dass er den Versicherungsnehmer in Textform auf die Folgen der Anzeigepflichtverletzung hingewiesen hat und ihm die nicht angezeigten Umstände nicht anderweitig bekannt waren.