Gesetzlich Versicherte

Das Territorialprinzip der Krankenversicherung besagt, dass vom Grundsatz her der Staat maßgeblich ist, in dem eine Person arbeitet bzw. wohnt. Bei einem nur vorübergehenden Auslandsaufenthalt ist das jedoch meistens anders.

Wird ein Arbeitnehmer von seinem in Deutschland ansässigen Arbeitgeber in ein anderes EU-Land entsandt, so bleibt er weiterhin in Deutschland gesetzlich krankenversichert, wenn die Entsendung auf höchstens 24 Monate angelegt ist. Am ausländischen Arbeitsort dann besteht Leistungsanspruch gegen den gesetzlichen Krankenversicherungsträger im Umfang der gesetzlich dort vorgesehenen Leistungen. Es kann also zu Abweichungen zu den in Deutschland geltenden Ansprüchen kommen.

Bei einer befristeten Entsendung in ein anderes Land bleibt er ebenfalls in Deutschland sozialversicherungspflichtig (sog. Ausstrahlung). Der Arbeitnehmer hat am Einsatzort Anspruch auf Leistungen wie in Deutschland. Geltend macht er diese Leistungen gegenüber seinem Arbeitgeber, der diese dann mit der Krankenkasse in Deutschland abrechnet.

Grenzgänger sind Arbeitnehmer, die in Deutschland wohnen und im Nachbarland arbeiten und täglich oder zumindest wöchentlich zwischen Wohn- und Arbeitsort wechseln. Sie unterliegen der Sozialversicherungspflicht des Staates, in dem Sie arbeiten. Dies gilt zwischen den EU-Ländern, aber auch mit der Schweiz. Die Leistungen können wahlweise in dem Land in Anspruch genommen werden, in dem der Grenzgänger wohnt oder in dem er arbeitet.

Um die Krankenversicherungsleistungen im europäischen Ausland in Anspruch nehmen zu können, wird die Europäische Krankenversicherungskarte – kurz EHIC – benötigt. Sie ersetzt den früher üblichen Auslandskrankenschein. Beim Arzt, Zahnarzt, im Krankenhaus und in der Apotheke besteht Anspruch auf alle notwendigen Leistungen in gleicher Weise wie für einheimische Mitglieder des jeweiligen nationalen Krankenversicherungssystems. Der Leistungsumfang kann also deutlich von dem in Deutschland üblichen abweichen.