Alterungsrückstellungen

Dem Äquivalenzprinzip folgend muss der Barwert der Beiträge einer homogenen Gruppe von Versicherten identisch sein mit dem Barwert der zu erwartenden Ausgaben für diese Gruppe.

Dem Beitragsstabilitätsprinzip folgend muss dann der Beitrag in den Anfangsjahren damit deutlich höher sein als die zu erwartenden Ausgaben und später mit steigenden Ausgaben dann deutlich geringer als die Ausgaben. Der Einnahmenüberschuss der ersten Jahre wird den Alterungsrückstellungen zugeführt und verzinslich angesammelt. Die Höhe der Alterungsrückstellungen hängt damit auch erheblich von den erwirtschafteten Zinsen ab.

Neben den Alterungsrückstellungen, die sich aus der Kalkulation eines jeden Krankenversicherungstarifs ergeben, verlangt der Gesetzgeber einen weiteren Beitragszuschlag bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres in Höhe von 10 % auf die kalkulierte Bruttoprämie, der zusätzlich der Alterungsrückstellung zugeführt wird.

Da eine zuverlässige Risikoabschätzung und damit Beitragskalkulation immer nur für ein Kollektiv und nie für eine Einzelperson möglich ist, dienen die Alterungsrückstellungen nicht der Risikoabdeckung erhöhter Ausgaben für einen einzelnen Versicherten, sondern gesamthaft für das Versichertenkollektiv. Überdurchschnittlich hohen Ausgaben für den einen Versicherten stehen damit besonders niedrige Ausgaben für einen anderen Versicherten gegenüber. Auch das vorzeitige Ausscheiden von Versicherten z.B. wegen Todes fliest in die Gesamtkalkulation ein. Die Zuordnung der kollektiven Alterungsrückstellungen auf die einzelnen Versicherten ist daher problematisch. Dennoch können die Alterungsrückstellungen zumindest teilweise beim Wechsel des Versicherers mitgenommen werden.