Geschlossene Fonds, Beteiligungen und Co.

Leider tummeln sich am Markt nach wie vor viele Vermittler aus dem Bereich 'Grauer Kapitalmarkt', die Geldanlagen mit verlockenden Renditeversprechen anbieten.

Was ist unter dem 'Grauen Kapitalmarkt' zu verstehen ?

Unter 'Grauer Kapitalmarkt' wird der nicht durch Rechtsvorschriften und Behörden kontrollierte Geldanlagemarkt verstanden. Auf diesem nicht regulierten Kapitalmarkt bemühen sich Investoren aller Art, Geld aufzutreiben, das in häufig nicht einmal näher beschriebene Projekte fließt und angeblich hohe Renditen erwirtschaften soll.

Bei Geldanlageprodukten, die von Banken und Investmentgesellschaften vertrieben werden, wie etwa Sparverträge oder Investmentfonds, gelten dagegen klare Regeln: Hier existiert eine Aufsicht durch Behörden wie z. Bsp. das BaFin. Außerdem gibt es zahlreiche gesetzliche Vorgaben und wirtschaftliche Anforderungen, die Anbieter erfüllen müssen, wenn sie in das Bankgeschäft einsteigen wollen. 

Auch wenn im Zusammenhang mit Produkten des 'Grauen Kapitalmaktes' immer wieder Begriffe wie 'Sparplan' oder 'Fondsanlage' fallen - mit einem Banksparplan oder einem Investmentfonds haben diese Anlagen nichts zu tun! In der Regel handelt es sich um Unternehmensbeteiligungen z. Bsp. als
·  stiller Gesellschafter
·  atypisch stiller Gesellschafter
·  Kommanditist einer KG
·  Gesellschafter einer GbR

> Typische Angebote

Man wird also Mitunternehmer. Und als solcher kann man nicht nur Geld verdienen, sondern auch verlieren. Es ist das volle Unternehmerrisiko zu tragen, ohne über die Geschäftspolitik entscheiden zu können. Das kann bedeuten, dass das Geld
bei einer Pleite des Unternehmens komplett verloren gehen kann - Totalverlust-Risiko !

Tipp: Lassen Sie sich genau erklären, was der Inhalt des Produkts ist und wofür die Gelder konkret verwendet werden und vor allem, lassen Sie sich plausibel erläutern, wie die versprochene Rendite erwirtschaftet werden soll.

Auch ein Blick in den Verkaufsprospekt, den es für jedes Anlageprodukt geben muss, ist sehr zu empfehlen. Dort sollte es den Abschnitt 'Risikohinweise' geben. Wenn dort Verlustrisiken beschrieben werden, sollten Sie Ihren Anlageberater fragen, warum er trotzdem von einer sicheren Anlage spricht.
Auch den Abschnitt, der sich mit den Kosten wie Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Treuhandgebühren etc. beschäftigt, sollten Sie aufmerksam lesen. Oft sind diese Kosten in den ersten Jahren so hoch, dass, selbst wenn die Anlage zweistellige Renditen erzielen würde, der Anleger allein auf Grund der Kosten einen Verlust erleidet.

Es gibt sicher auch einige seriöse Anbieter in diesem Segment.
Das Risiko einen Totalverlust zu erleiden, ist jedoch im 'Grauen Kapitalmarkt' extrem hoch.

Fazit: Sie sollten immer abwägen: Was kann ich bestenfalls gewinnen und was kann ich schlimmstenfalls verlieren ? Wenn Ihnen dann das Risiko im Vergleich zum möglichen Gewinn zu hoch erscheint - lieber nicht unterschreiben !