Die Versicherungssumme

Im ersten Augenblick erscheint es höchst merkwürdig insbesondere bei neueren Gebäuden, wenn in der Police beispielsweise steht:

Versicherungssumme 1914 in Mark: 15.000

Bei der üblichen sog. gleitenden Neuwertversicherung werden zunächst die Kosten für den Bau des Hauses einschließlich Planungskosten aber natürlich ohne Grundstückskosten ermittelt, so als wenn es im Jahr 1914 errichtet worden wäre. Dies ist dann die feste Bezugsgröße auch für die Zukunft, sofern keine umfangreichen Umbaumaßnahmen stattfinden.

Anpassungsfaktor

Die Veränderung der Baupreise von 1914 bis heute wird durch den sog. Anpassungsfaktor berücksichtigt, so wie er aus den Daten des statistischen Bundesamt jedes Jahr ermittelt wird.

Der Anpassungsfaktor 2017 beträgt 17,39, so dass die Versicherungssumme 1914 von 15.000 Mark einem Neuwert von 260.850 € in 2017 entspricht.

Die tatsächliche Versicherungssumme passt sich also gleitend an die Baupreisänderung an und bleibt so immer aktuell.

Die Ermittlung des Gebäudewertes 1914 erfolgt zumindest bei Bestandgebäuden in der Regel nach einem pauschalen Verfahren, in dass die Anzahl der Geschosse, die Wohnfläche und ggf. besondere Ausstattungsmerkmale (Parkett, Marmor, etc.) eingehen. Ein detailliertes Gutachten wird also nicht erstellt.

Im Hinblick auf die Folgen einer Über- oder Unterversicherung sollte man aber auch bei der pauschalen Wertermittlung sorgfältig vorgehen.